Samstag, 20. November 2010

Sommer-Urlaub 2010

Zu unserem jährlichen Besuch des Tennis-Camps im Pineta Campi am GARDASEE sind wir am 31.07.2010 aufgebrochen. Zuerst sind wir mit Air Berlin nach Venedig geflogen. Ist zwar weiter zu fahren bis zum Gardasee (sonst fliegen wir immer nach Verona), aber ich hatte das Ticket für 1,- EUR (zzgl. Steuern und Gebühren) bekommen und ausserdem war es wieder eine neue Flugstrecke und ein neuer Flughafen für uns. Der Mietwagen war dieses Mal nicht so toll, da er innen sehr schmutzig war. Aber aufgrund der großen Hitze hatte ich keine Lust, wieder zurück zum Terminal zu laufen und den Wagen zu reklamieren. Also sind wir mit dem Citroen C3 von Venedig zum Gardasee gefahren. Nach einem kurzen Stop zum Einkaufen von Obst, Gebäck und Getränken sind wir am frühen Nachmittag im Pineta Campi angekommen. Wir hatten eines der renovierten Zimmer bekommen (lag vielleicht an unseren Stammgast-Bonus, den wir mittlerweile haben, denn wir waren bereits das 6. Mal im Pineta Campi).
Abends war dann wie immer der Begrüßungsabend. Schön, wenn man mittlerweile die ganzen Trainer kennt und  herzlich begrüßt wird.
Am Sonntag früh vor dem Frühstück wie immer das Vorspielen. Obwohl wir wohl nicht mehr teilnehmen müssen, wollte ich doch hingehen, da ich mittlerweile auch nicht mehr so aufgeregt bin. Dafür war Flori dieses Mal aufgeregt. Aber es ist alles gut gegangen. Nach dem Frühstück auf der Terasse mit dem traumhaften Blick über den Gardasee
(April 2010)

kam wieder einer der spannensten Punkte der Woche, die Einteilung der Gruppen und wer ist der Trainer. Wie immer waren es sehr ausgeglichene und harmonische Gruppen. Flori war erst etwas sauer, dass es mit 3 Mädchen in einer Gruppe war, aber das hat gut funktioniert. Flori hatte bei Piero Training und ich beim Chef Peter.


Es war wieder eine tolle Woche. Super Tennis-Camp, nette Spielpartner in den Gruppen, viel Spaß, aber auch hartes Training und intensive Übungen. Wir haben sowohl am Bändele-Turnier, an der italienischen Nacht und am Abschluß-Turnier teilgenommen, wenn auch mit mäßigem Erfolg.
Da wir nun schon einige Besuhe im Pineta-Campi hatten, hielten sich unsere Aktivitäten abseits des Tennis-Platzes in Grenzen. Ausser den obligatorischen Aktivitäten, wie Schauderterasse, Molkerei, Höllenschlucht und Pizza-Essen, haben wir nichts weiter unternommen.
Was neu war, war ein spezieller Trainings-Wunsch von Flori und so haben wir noch ein Einzel-Training für ihn bei Piero gebucht.


Flori hatte grossen Spass dabei und Piero ist auch ein super Trainer. Sein Lieblingsspruch über Flori war: "Bewegung nicht viel, aber alles mit Stil" und das ist auch absolut zutreffend.
So ging die Woche wieder schnell zu Ende.
Bevor wir zurück nach Berlin geflogen sind, waren wir wieder am Samstag im Val di Sole zum Wildwater-Rafting. Auch das war wieder richtig Klasse und hat riesigen Spass gemacht. Am Abend waren wir noch sehr schön am Lago di Caldonazzo essen. Das war ein gelungener Abschluss der ersten Urlaubswoche.
Am Sonntag ging es dann nach Venedig und von da mit Air Berlin nach Hause.

2 Tage später began dann unser Trip nach NORWEGEN. Wir sind früh losgefahren nach Kiel. Hier ging um 14:00 Uhr unsere Fähre nach Oslo los. Das Auto war aufgrund der hohen Preise in Norwegen voll mit Lebensmitteln und einer extra gekauften Kühltasche mit Stromanschluss. Unsere Fähre war die Color Line Fantasy, ein wirklich luxusiöses Schiff mit eher dem Charakter eines Kreuzfahrtschiffes als einer Fähre.





Nach dem zentimetergenauen Einparken auf den Parkdeck, haben wir unsere Kabine bezogen.

Wir hatten auf der Hinfahrt eine Aussenkabine mit Bullauge.

Zum Ablegen sind wir dann aufs Deck am Heck gegangen, da auch schönes Wetter war. Es war toll, in der Sonne liegend, das Abfahren aus Kiel zu erleben auf diesem imposanten Schiff.


Nachdem wir uns die Gegebenheiten an Bord dann angeschaut hatten, war der nächste Höhepunkt die Durchfahrt unter der Öresundbrücke. Da wir letztes Jahr im Herbst mit dem Auto über die Brücke gefahren sind, war es interesant, dass wir sie dieses Mal aus einer anderen Perspektive sehen konnten.




Wie die ganze Fahrt, war auch die Nacht vollkommen problemlos. Das Schiff fährt so ruhig, kein Schaukeln, kein Wellengang, keine Seekrankheit.
Als wir dann aufgewacht sind und aus unserem Bullauge schauten, sahen wir schon die typischen bunten norwegischen Holz-Häuser, aber auch, dass es regnet.

Leider hat es den ganzen ersten Tag in Norwegen geregnet. Wir sind dann von Oslo erst einmal nach Lillehammer gefahren. Hier fanden ja 1994 die Olympischen Winterspiele statt. Für die erste Nacht hatte ich eine kleine Holzhütte auf einem Campingplatz gebucht.


Die Hütte war zwar sehr klein, hatte aber Kühlschrank und Kochstelle und war sehr urig. Ungewohnt war für uns, dass wir kein Bad oder Toilette hatten und dafür erst über den Campingplatz laufen mussten und das im Regen. Aber war trotzdem lustig. In Lillehammer sind wir durch die Innenstadt gelaufen und haben uns die Olympiaschanze angeschaut. Hier waren wir erst in einem Bobfahrt-Simulator, dann sind wir hoch zum Schanzenkopf mit einem Sessellift gefahren und sind die Stufen wieder runtergelaufen.


Am nächsten Tag sind wir dann in Richtung Alesund gefahren. Bis Alesund sind es ca. 380 km und da man in Norwegen nur max. 80 km/h darf, dauert es auch seine Zeit. Aber es macht auch grossen Spass aufgrund der wunderschönen Natur durch Norwegen zu fahren und deshalb war es auch angenehm, so langsam zu fahren (obwohl ich normalerweise lieber schnell fahre). Die Strassen sind nicht so sehr überfüllt, die Landschaft ist so ruhig und weitläufig und fantastisch anzusehen.
Unterwegs haben wir angehalten und uns besondere Sachen angeschaut, wie eine Gnom-Ausstellung, Wasserfälle oder die Erdpyramiden "Kvitskriuprestin".








In Alesund angekommen, haben wir erst im Hotel eingecheckt und sind dann in die Stadt gefahren. Zuerst sind wir zum Aussichtspunkt Kniven auf dem 189 m hohen Hausberg Alesunds gefahren, da man von dort den besten Überblick über die Stadt haben soll. Der Weg dorthin war eng und sehr steil. Ich glaube, Flori war nicht ganz wohl dabei, aber unser Auto hat das locker geschafft. Oben angekommen, hatten wir tatsächlich einen klasse Blick über Alesund. Die Stadt ist wirklich sehr schön und fast komplett vom Meer umgeben und hat viele kleine vorgelagerte Inseln.

Nach dem Überblick über die Stadt haben wir noch das Alesund Aquarium besucht. War jetzt nichts besonderes, aber trotzdem finden wir es immer wieder interessant, solche Aquarien sich anzuschauen.




Am nächsten Tag ging es dann zu den Trollstigen. Es war wieder eine schöne Fahrt von Alesund kommend erst an den Fjorden entlang und dann in die Berge hoch. Unterwegs haben wir noch an einem wirklich spektakulären Wasserfall angehalten. Der Fußweg zum Wasserfall und über dem Wasser war abgesichert mit einem interessanten Stahlgeflecht. Der Wasserfall war laut, farblich sehr schön und hatte sich so ins Gestein gefräst, dass total interessante Ansichten entstanden.







Dann ging es weiter zu den Trollstigen (Troll-Leiter), eine der interessantesten Straßen, die ich je gefahren bin. Es ging erst wieder stetig nach oben. Die Landschaft war sehr karg. Es wuchs nicht mehr viel. Das Einzige wovon es jede Menge gab, waren die Steintürmchen zu Ehren der Trolle. Flori hat natürlich auch einen Stein aufgelegt.



Oben auf dem Pass angekommen, war es neblig aufgrund der tiefhängenden Wolken. Also sind wir die Trollstigen erst einmal runter gefahren, haben aber nicht viel gesehen aufgrund der Wolken. Aber von unten hatten wir dann einen schönen Blick nach oben.

Bevor wir dann die Serpentinen wieder hoch gefahren sind, haben wir noch eine kleine Wanderung an einem schönen Fluss gemacht.


Wieder oben angekommen, haben wir dann das Auto abgestellt und sind zu den beiden Aussichtplattformen gelaufen. Auch diese waren etwas Besonderes und wir mußten auch hier immer wieder warten bis die Wolken ein Loch liessen, damit wir die Trollstigen richtig sehen und bestaunen konnten.





Danach sind wir nach Valldal gefahren, wo wir die nächste Nacht verbringen wollten. Hier haben wir ein schönes Picknick am Fjord gemacht und haben im Hotel eingecheckt.
Da wir noch Zeit hatten, sind wir noch zu einem der schönsten Fjorde Norwegens gefahren, dem Geirangerfjord. Von Linge sind wir erst mit der Fähre über den Norddalsfjorden nach Eidsdal, dann weiter erst bergauf, dann wieder bergrunter bis nach Geiranger. Der Blick von oben auf den Fjord war schon toll, noch dazu, weil tatsächlich ein Kreuzfahrtschiff im Fjord auf Reede lag. Es war die AIDA aura und es war das perfekte Postkartenmotiv. Wir sind dann noch ein wenig durch den kleinen Ort Geiranger geschlendert und dann wieder zurück nach Valldal gefahren.


Am nächsten Tag sind wir dann wieder nach Geiranger gefahren, allerdings dieses Mal das Ganze auf dem Wasserweg. Wir sind mit der Fähre von Valldal den Norddalsfjord und Sunnylvsfjord entlang, in den Geirangerfjord hinein bis nach Geiranger. Die Fahrt war schön, die ganze Zeit auf den schmalen Fjorden und rechts und links die wirklich hohen Berge. Interessant waren auch die Erklärungen des Kapitäns, wo sich in den Bergen verlassene Bauernhöfe befinden und zu sehen, auf welchen mühseligen Wegen die Leute früher zu ihrem mehrere hundert Meter über dem Fjord gelegenen Hof gekommen sind.



Von Geiranger ging dann die abenteuerlichste Fahrt des Urlaubs los. Zuerst ging es in vielen Serpentinen auf über 1000 m hoch, dann sind wir den Gamle Strynfjellsveg gefahren. Diese nur von Mai bis September geöffnete Nebenstrasse ist ca. 30 km lang und besteht nur aus Schotter. Die Begegnung zweier Autos ist nicht möglich, so dass man immer schauen muss, eine Parkbucht zu finden, wenn Gegenverkehr kommt. Aber dieses passiert eher selten, denn hier oben ist eine sehr einsame und öde Gegend. Hat etwas von einer Mondlandschaft und da die Wolken auch teilweise sehr tief hingen, war es schon sehr gespenstisch.



Nach den 30 km ging es dann wieder in Serpentinen hinunter in Richtung Stryn und weiter über Olden nach Briksdal. Hier haben wir einen der spektakulärsten Gletscher Norwegens besucht, den Briksdalsbreen-Gletscher. Vom Parkplatz ging es dann ca. eine Stunde lang einen schönen Wanderweg in Richtung des Gletschers, vorbei an einem schönen und lauten Gebirgsbach, einem spektakulären Wasserfall und großen Findlingen. Am Fuße des Gletschers angekommen, war es imposant, diese riesige Gletscherzunge zu sehen mit seinen bläulichen Farbtönen. Flori wollte unbedingt einmal das Eis anfassen. Also sind wir noch die letzten Meter über Geröll der Kälte entgegen gekrabbelt und Flori konnte einen Eisbrocken anfassen.









Nach diesem wirklich grossen Erlebnis ging es den ganzen Weg wieder zurück.
Von Stryn ging es dann nach Sogndal, wo wir die Nacht verbracht haben.

Am nächsten Tag ging es dann erst mit der Fähre über den Sognefjord, dem mächtigsten Fjord Europas, nach Laerdal und dann langsam weiter in Richtung Oslo.


Ziel war der Ort Al, wo wir die nächste Nacht verbringen wollten. Gebucht hatte ich ein Sport-Hotel in diesem Skigebiet. Allerdings war im Sommer tote Hose und als wir im Hotel ankamen, war es verschlossen und unser Zimmerschlüssel im Briefkasten deponiert. Dann kam zwar doch noch die Dame von der Rezeption, sagte uns, dass unser Frühstück im Kühlschrank steht, dass wir alles im Hotel nutzen können, sie jetzt aber wegfährt, wenn etwas ist, wir sie gerne anrufen können, es aber 6 Stunden dauern wird, bis sie wieder da ist. Das war alles sehr merkwürdig, aber letztendlich ok. Wir haben dann Tischtennis gespielt, waren im Pool baden und hatten das ganze Hotel mit noch einem Gast alleine für uns.

An unserem vorletzten Urlaubstag haben wir es dann etwas ruhiger angehen lassen und haben uns weiter in Richtung Oslo begeben. In Fla haben wir unsere Fahrt unterbrochen und den Vassfaret Bjornepark (ein Bärenpark) besucht. Der war sehr neu, aber sehr schön angelegt. Trollige große und kleine Bären, ein Streichelzoo (allerdings keine Bären zum Streicheln, sondern "nur" Hasen) und 2 Elche.





Weiter ging es dann über Vikersund, wo eine der größten Skiflug-Schanzen steht, die aber gerade umgebaut wird, nach Drammen, wo wir unsere letzte Nacht in norwegen verbracht haben. In Drammen haben wir noch einen Ausflug auf den Aussichtsberg Spiraltoppen gemacht., wobei die Aussicht nicht das Spektakuläre war, sondern die Fahrt dorthin. Sie geht durch einen 1600 m langen Tunnel, welcher sich in 6 Spiralen zum Aussichtsberg emporschlängelt. Echt kurios der Tunnel und spannend, dort so lange im Kreis zu fahren. Nachdem wir dann etwas schwindelig wieder unten waren, haben wir noch einen schönen Spaziergang am Wasser entlang gemacht und sind dann ins Hotel gegangen.

Am Abreisetag sind wir dann nur das kurze Stück von Drammen nach Oslo zum Hafen gefahren und haben auf das Boarding gewartet. Leider hat es an diesem letzten Tag oft geregnet, so dass wir uns auch nicht groß auf Deck aufhalten konnten. Interessant war noch, dass Norwegen zum Abschied zu unseren Ehren noch eine Flugzeugeskorte geschickt hat.

Auf der Rückfahrt haben wir dieses Mal zum Abendbrot das Dinner-Buffee gebucht. War zwar teuer, aber hat sich gelohnt. Schönes Restaurant, tolles Angebot und leckeres Essen, soviel man will. Mit einer ruhigen Nacht in unserer Innenkabine

ging dann am nächsten Morgen unser Sommerurlaub 2010 in Kiel zu Ende. Es war ein toller Urlaub. Wir haben viel gesehen, viel erlebt, viel unternommen in traumhaften Gegenden.



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