In der ersten Woche unseres Sommerurlaubs 2012 ging es nach Island.
Geplant war, dass wir uns einige der besonderen Sehenswürdigkeiten Islands anschauen. Los ging es mit einem nagelneuen A319 von Lufthansa direkt nach Keflavik. Abflug war um 22:10 Uhr und gelandet sind wir um 23:35 Uhr Ortzeit auf Island. Der Flug war insofern kurios, da wir im Dunkeln losgeflogen sind und aufgrund der Mitternachtssonne auf Island es draußen immer heller wurde, obwohl es zeitlich auch immer später wurde.
So sind wir kurz vor Mitternacht gelandet und es war taghell. Als Mietwagen hatten wir einen kleinen Jeep Suzuki Jimmy.
Da es mitten in der Nacht war (+2 Stunden Zeitverschiebung zu Deutschland), sind wir nur schnell ins nächste Hotel (B&B Airport Keflavik) gefahren und haben sofort geschlafen, obwohl es draussen immer noch hell war.
Nach dem Aufstehen hatten wir dann 500 km zu fahren vor uns, denn wir wollten nach Höfn. Die Fahrt zog sich doch ganz schön hin, obwohl die Landschaften an der Strecke doch sehr unterschiedlich waren, von begrünten Flachebenen, riesigen Lupienen-Feldern, Lava-Felder aus feiner Lava-Asche und mit teilweise skurrilen Formen, die von Moos überzogen waren. Und im Hintergrund waren immer Berge, Vulkane und Gletscher zu sehen.
Vorbei ging die Fahrt auch am Eyjaflatlajökull, der mit seinem Ausbruch 2010 den gesamten europäischen Luftraum lahmgelegt hatte.
Dann kam noch dazu, dass unser erstes Highlight erst kurz vor Höfn kam. Es war der Gletschersee Jökulsarlon. Hier treiben die riesigen Eisblöcke (wobei wohl 90% davon noch unter der Wasseroberfläche sind), die sich vom Gletscher des Vatnajökull gelöst haben Richtung Meer. Es ist ein total faszinierender Anblick und wir haben eine Rundfahrt in einem Amphibienfahrzeug auf dem See durch die Eisblöcke unternommen. Unser Guide gab uns Informationen über den Gletscher, den Gletschersee und die darin lebende Tierwelt. Dabei wurde ihr von dem begleitenden Schlauchboot ein Stück des millionen Jahre alten Gletschereises gegeben, welches man auch mal in die Hand nehmen durfte. Anschließend machte sie daraus Eiswürfel und man durfte davon kosten.
Flori hatte einen Hummerteller mit 450 g Hummer. Dazu gab es eine Beschreibung, wie man Hummer richtig isst, ein Lätzchen, einen feucht-warmen Waschlappen, eine Schüssel für die Schalen und das entsprechende "Werkzeug" zum Auseinandernehmen des Hummers. Da ich keinen Hummer esse, hatte ich einen Saibling mit Kartoffeln und Zitronensauce, der auch richtig lecker geschmeckt hat.
Übernachtet haben wir im Fosshotel Vatnajökull. Am nächsten Tag stand eine Abenteuer-Tour auf dem drittgrößten Gletscher Europas, dem Vatnajökull, auf dem Programm, sicherlich einer der Höhepunkte unseres Urlaubs. Los ging es um 09:30 Uhr an der Ringstraße. Von dort ging es mit einem 14-Mann-Jeep mit 7,3 Liter Hubraum und riesigen Ballonreifen 16 km über Schotterwege durch das Gebirge auf 830 Meter Höhe bis zur Jöksal-Hütte. Die Hütte liegt genau am Gletscher.
Dort bekamen wir entsprechende Schutzkleidung und dann sind wir eine Stunde mit Ski-Doo's über den Gletscher gefahren. Das war das erste Mal, dass ich mit solch einem Schneemobil gefahren bin und es hat richtig Spass gemacht. Leider hatten wir den einzigen Tag unseres Urlaubs erwischt, an dem das Wetter nicht so schön war. Das hieß, dass die Wolken tief hingen und die Sichtweiten auf dem Gletscher eingeschränkt waren. Bei besserem Wetter wäre zwar auch fast alles da oben weiss gewesen, aber so war es eben alles weiß aufgerund der Wolken.
Obwohl Flori zu jung zum Fahren ist, durfte er dann unter Aufsicht des Guides mal eine Runde drehen, was ihm sichtlich Spass gemacht hat.
Nachdem wir auf der Hütte noch etwas gegessen hatten, ging es wieder zurück zur Ringstraße mit dem Jeep mit dem Unterschied, dass Flori jetzt der Beifahrer war und die Sichtweite im oberen Abschnitt teilweise keine 10 Meter war, was bei diesen Strassen in diesem Gelände sehr gefährlich sein kann.
Was passieren kann, wenn man in dieser Gegend vom Weg abkommt, hatten wir oben auf dem Gletscher gesehen ;-)
Aber es ging gut und wir konnten unsere Fahrt um 13:30 Uhr fortsetzen. Das Ziel des Tages war das Hotel Örk in Hveragerdi. Bis dahin waren es 370 km durch die oben beschriebenen Landschaften. Dabei kam es vor, dass Lavaasche über die Strasse wehte.
Interessant war auch die Stelle, wo die Ringstraße durch einen Vulkanausbruch zerstört wurde und heute nur noch die provisorische Holzbrücke da ist.
Gestoppt haben wir als nächstes am Kap Dyrholaey, dem südlichsten Ort Islands. Interessant sind hier die Felsformationen am Land und im Meer, besonders berühmt ist der Felsen mit dem Loch, geschaffen vom Meer.
Danach waren wir noch beim Skogafoss. Ein sehr gewaltiger Wasserfall, der eine mächtige Gischt erzeugte. Man konnte seitlich bis zur oberen Kante laufen und hatte auch die Möglichkeit, auf halben Weg einen Blick auf den Wasserfall zu werfen.
Am nächsten Tag stand ein anderes Highlight auf dem Programm, ein geothermisches Gebiet mit aktiven Geysiren. Überall roch es nach Schwefel, qualme es und sprudelte das bis zu 100 Grad Celsius warme Wasser aus der Erde.
Am Faszinierendsten war jedoch der Geysir "Strokkur", der ca. aller 8-10 Minuten ausbricht. Dieses Schauspiel war total spannend mit anzusehen. Er köchelt vor sich hin, qualmt und auf einmal bildet sich eine wunderschön anzusehende, bläulich schimmernde Blase und dann schiessen die Wassermassen ca. 10-20 Meter nach oben. Das war wirklich toll und alle stehen da mit Ihren Fotoapparaten und warten auf den Ausbruch.
Auf der Rückfahrt zum Hotel haben wir nochmal am Geysire gestoppt, da es doch zu faszinierend war.
Kurz vor dem Hotel haben wir uns noch den Vulkankrater Keio angeschaut.
Übernachtet haben wir wieder im Hotel Örk in Hveragerdi.
Am Mittwoch sind wir vorbei am grössten See Islands, dem Pingvallavatn, ins Pingvellir gefahren.
In diesem isländischen Nationalpark in der aktiven Vulkanzone Islands driften die nordamerikanischen und eurasischen Kontinentalplatten auseinander, gut sichtbar an der Bruchstelle, der Almannagja. Wenn man sich hier breitbeinig hinstellt, steht man theoretisch mit einem Bein auf dem amerikanischen Kontinent und mit dem anderen auf dem Europäischen.
Bei Tauchern berühmt ist auch die Silfraspalte. Das Wasser in dieser Spalte ist nur 2-4 Grad warm, aber man hat eine Sicht von bis zu 100 Meter in die Tiefe.
Außerdem haben wir uns den Wasserfall Öxarafoss angeschaut.
Danach haben wir uns noch ein geothermisches Gebiet namens Deildartunguhver angeschaut und sind dazu ca. 100 km nördlich von Reykjavik gefahren.
Dort kam auch überall ca. 100 Grad warmes Wasser aus der Erde gesprudelt. Ganze Orte werden damit beheizt.
Unser letztes Hotel auf Island war dann das Hotel Björg in Reykjavik. Am Abend waren wir in einem kleinen Kino in Reykjavik und haben uns die "Volcano Show" angeschaut. Es ist ein privates Kino des Filmemachers, sehr urig und es werden 2 Stunden lang die Dokumentarfilme über die Vulkanausbrüche auf Island der letzten 40 Jahre gezeigt.
An unserem Abschlusstag in Island haben wir als erstes das Wahrzeichen Reykjaviks besucht, die Hallgrimskirkja.
Von dort oben hat man einen schönen Blick über die Stadt.
Danach sind wir zum Hafen gelaufen und haben eine Whale Watching-Tour unternommen.
Die Tour hat insgesamt 3 Stunden und 15 Minuten gedauert. Nachdem wir den Hafen von Reykjavik verlassen hatten, sind wir zuerst zu einer kleinen Insel gefahren, wo eine Kolonie von Papageientaucher lebt. Hunderte von ihnen waren auf der Insel oder flogen um die Insel herum. Um sie nicht zu sehr zu stören, hat das Boot einen entsprechenden Abstand von der Insel gehalten, aber dank des Superzooms unsere Kamera konnten wir uns die lustigen Vögelchen schön nah heranholen.
Dann ging es eine Stunde lang raus aufs Meer und unser Guide hat uns einiges über die Wale und wie man am Besten Wale auf offenen Meer findet. Und tatsächlich haben wir doch recht viele gesehen. Wenn es auch keine spektakulären Bilder gab, wie Sprünge aus dem Wasser oder Eintauchen mit Schwanzflosse aus dem Wasser, war es doch total aufregend, diese großen Lebewesen live zu sehen.
Nach einer Stunde ging es dann wieder zurück nach Reykjavik. Um die Zeit bis zu unserem Abflug um 01:25 Uhr angenehm zu verbringen, waren wir in der Warm-Wasser-Therme "Blaue Lagune" in der Nähe von Keflavik.
Der Weg dorthin ist schon sehr interessant. Erst führt die Strasse durch ein Lavafeld und die letzten Meter vom Parkplatz zum Eingang geht man auch noch mal durch große Lavabrocken.
Das Bad ist sehr toll. Die Temperatur des Wassers beträgt zwischen 33 und 37 Grad, es ist maximal 1,50 Meter tief und hat eine tolle blaue Farbe. Es gibt ringsherum Liegeplätze, um im Wasser zu relaxen, einen kleinen Geysir mit ca. 100 Grad warmen Wasser, einen heißen Wasserfall, eine Grotte, eine Bar im Wasser, Brücken, die Möglichkeit, sich die Haut mit Kieselerde einzuschmieren und eine Sauna.
So waren wir über 2,5 Stunden dort und sind dann um 22:00 Uhr ganz entspannt zum Flughafen gefahren.
Und auch am letzten Tag schien noch die Sonne mitten in der Nacht.
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