Montag, 8. August 2011

Sommer Urlaub 2011

Aufgrund der Probleme mit meiner Schulter konnten wir dieses Jahr nicht ins Tennis-Camp am Gardasee fahren. Deshalb hatte ich überlegt, was wir stattdessen unternehmen könnten. Da wir das Winterhalbjahr über intensiv Schlittschuh gelaufen sind und es uns grossen Spass gemacht hat, kam ich auf die Idee, auch im Sommer Schlittschuh zu laufen und zwar in Südtirol. Und das kam so: In der letzten Zeit habe ich viele Bücher über Extrem-Bergsteiger gelesen, unter anderem ein Buch über eine Expedition am Nanga Parbat, wobei der Bergsteiger Karl Unterkircher ums Leben kam. Er stammte aus Wolkenstein in Südtirol (zum Gedenken wurde die schöne Kletterhalle in Wolkenstein nach ihm benannt).

Dadurch informierte ich mich über die dortige Landschaft mit den Bergen und den Möglichkeiten des Wanderns und Kletterns. Dann habe ich erfahren, dass unsere Eislaufschule, bei der wir im Winter Kurse belegt hatten, eine Sommer-Eislauf-Reise organisiert. Also mußte es tatsächlich irgendwo eine Eishlle geben, die im Sommer geöffnet ist. Und kurioserweise ist diese Eishalle in Wolkenstein in Südtirol.

So haben wir unsere Schlittschuhe eingepackt, sind mit airberlin nach Verona geflogen, haben uns einen Mietwagen (Ford Fiesta von Hertz) genommen

und sind nach Wolkenstein gefahren. Wolkenstein (auf italienisch Selva di Val Gardena) liegt im Grödnertal auf 1.564 m Höhe. Obwohl das schon sehr hoch ist, ragen die Berge der Dolomiten trotzdem noch rechts und links des Tales in die Höhe. Eine wunderschöne Landschaft und für mich total faszinierend.


Unser Hotel Plan de Gralba lag ca. 3 km ausserhalb von Wolkenstein in einer Höhe von 1.800 m.

Das Hotel liegt am Fuße eines Skihangs an der Talstation der Piz Sella-Gondel-Bahn. Wir bekamen ein tolles Zimmer im 4. Stock mit einem fantastischen Blick vom Balkon aus auf den Langkofel (3.181 m).

Der Zugang zu unserem Zimmer war vom 3. Stock aus, so dass wir erst eine Treppe hochgehen mußten zum Wohnbereich. Das Zimmer war wirklich schön und neu eingerichtet.



Nach dem Sachen verstauen, haben wir uns ersteinmal ein wenig in Wolkenstein umgeschaut, Informationen eingeholt und etwas eingekauft für unseren Aufenthalt.

Dann haben wir uns die Eishalle angeschaut und gleich in der dazugehörigen Pizzeria Abendbrot gegessen. Da es uns dort sehr gut geschmeckt hat, haben wir dann auch jeden Abend dort gegessen.

Nach dem Essen, waren wir dann gleich das erste Mal von 21 bis 22 Uhr Schlittschuhlaufen. Die Halle ist sehr schön und da anscheinend nicht so viele Leute im Sommer Schlittschuh laufen, waren wir zum einen die Ersten und auch lange die Einzigen auf dem frisch preparierten Eis zu Beginn der Nachtsession. Auch im Laufe der Woche waren es dann max. 20 Leute, die zeitgleich auf dem Eis waren. So hatten wir viel Platz, um uns wieder an die Schlittschuhe und das Eis zu gewöhnen und die ganzen Sachen zu üben, wie Bremsen, rückwärts fahren, Übersteigen vorwärts und rückwärts usw.




Da Florian die ersten Tage etwas unpässlich war, konnten wir nicht so aktiv sein wie geplant. So mußte ich auch die nächsten beiden Tage alleine Schlittschuh laufen und tagsüber war Sparprogramm angesagt.

So sind wir am folgenden Tag nur mit der Ciampinoi-Gondel auf 2.254 m hochgefahren. Dort oben war es allerdings traumhaft schön. Blauer Himmel, warm und eine tolle Aussicht auf die Bergwelt ringsherum. So haben wir uns viel Zeit gelassen und die Aussicht genossen. Nach einer kurzen Wanderung auf einen benachbarten kleinen Hügel sind wir dann auch schon wieder mit der Gondel runtergefahren.






Florian hat sich dann ersteinmal erholt und ich war wieder Eislaufen.

Am nächsten Tag haben wir dann die Anstrengungen gesteigert. Und zwar sind wir wieder mit der Ciampinoi-Gondel nach oben gefahren, aber dieses Mal sind wir bis zu unserem Hotel nach unten gelaufen.



Es war eine schöne Wanderung mit einem kurzen Stopp an der Baita Vallongia-Hütte auf 2.040 m Höhe. Eine sehr schöne und relativ neue Hütte (gebaut 1999) mit einem kleinen Teich nebenan, wo man im Sommer Forellen angeln kann und diese dann gleich in der Hütte zubereiten lassen kann. Anschließend kann man sie in oder vor der Hütte auf einem schönen sonnigen Plateau verspeisen.






Danach ging es weiter nach unter, über den Skihang bis zu unserem Hotel.



Vor dem Hotel haben wir dann noch einen Abstecher zu einen kleinen Gebirgsbach gemacht. Florian hatte Spass, sich mit dem glasklaren und eiskalten Wasser zu erfrischen.



Da es Florian immer noch nicht ganz so gut ging, hat er dann wieder auf das Eislaufen verzichtet und ich war wieder alleine auf dem Eis.

Da es Florian am darauffolgenden Tag wieder besser ging, haben wir die Antrengungen wiederum gesteigert. Und zwar ging dieses Mal unsere Tour den Berg hinauf. Wir sind an unserem Hotel gestartet und das Ziel war das Grödner Joch, einen 2.137 m hohen Gebirgspass. Der Weg war am Anfang relativ steil und somit aufgrund der Hitze auch anstrengend. Auf halber Strecke kurz vor einem kleinen Kamm kamen wir uns auf einmal vor wie in einem James-Bond-Film. Aus dem Tal hinter dem kleinen Kamm kam auf einmal ein Hubschrauber hoch, landete vor uns, ließ 2 Leute aussteigen und verschwand wieder. Wenig später kam er wieder zurück und brachte Baumaterial. Setzte es ab und war wieder weg um gleich wieder zu kommen und die nächste Ladung zu bringen. Dann landete er gnau neben uns. Wir wurden aus Sicherheitsgründen weggeschickt und die beiden Leute stiegen wieder ein und er hob wieder ab. Das Ganze spielte sich in vielleicht maximal 5 Minuten ab, war aber für uns ein spannendes Erlebnis und der Wind, den der Hubschrauber verursachte, eine willkommende Erfrischung.





Danach war der Weg allerdings auch nicht mehr so steil, denn es ging durch das Tal nur gemächlich nach oben in Richtung Grödner-Joch. Nur das letzte Stück hatte es dann nochmal in sich. Florian war dann doch recht knülle und ich hatte ihm versprochen, dass wir den Bus nehmen für den Rückweg. Oben angekommen kam auch gerade der Bus an und auf einmal hatte Florian wieder Kraft und rannte zum Bus, um auch auf keinen Fall runter laufen zu müssen.





Aber er hatte dann auf jeden Fall noch Kraft zum Schlittschuhlaufen, so dass wir am Nachmittag noch auf dem Eis waren.

Jetzt wo der Urlaub so war, wie ich mir das etwa vorgestellt hatte, war er leider auch schon wieder zu Ende. Ein kurzer Blick noch auf den Zielhang der jährlich stattfindenden Weltcup-Abfahrt in Gröden

und dann ging es am nächsten Tag wieder nach Verona und von dort mit airberlin nach Hause.

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